Glossar-Begriff: Radioastronomie
Beschreibung: Die Radioastronomie ist ein Bereich der Astronomie, der sich mit der Beobachtung von Radiowellen beschäftigt. Radiowellen sind ein spezieller Bereich des elektromagnetischen Spektrums. In der Erdatmosphäre gibt es "Radiofenster": Das bedeutet, dass Radiowellen in bestimmten Frequenz- oder Wellenlängenbereichen die Erdatmosphäre nahezu ungehindert passieren können. Deshalb ist die Beobachtung solcher Radiowellen aus dem All mit bodengebundenen Teleskopen möglich. Typische Beobachtungsfrequenzen reichen von einer Obergrenze von etwa 300 Gigahertz (GHz) bis hinunter zu einigen zehn Megahertz (MHz). Dies entspricht Wellenlängen von 1 mm bis zu einigen zehn Metern. An besonders geeigneten, trockenen und hoch gelegenen Standorten können die Astronomen sogar Submillimeter-Beobachtungen durchführen, bis hinunter zu Wellenlängen von etwa 0,3 Millimetern. Das entspricht Frequenzen von bis zu 1 Terahertz (THz). Die untere Frequenzgrenze bei etwa 10 MHz ist auf die sogenannte Ionosphäre der Erde zurückzuführen. Diese hoch gelegene Region in unserer Atmosphäre enthält zahlreiche geladene Teilchen, die ultralange Radiowellen direkt in den Weltraum zurückwerfen. Mit der Radioastronomie können Astronomen die Emission von kaltem Gas, wie atomarem Wasserstoff und molekularem Gas, in Galaxien und in unserer Milchstraße beobachten. So können sie das diffuse interstellare Medium sowie die Regionen und Prozesse, in denen Sterne und Planeten entstehen, beobachten. Die Radioastronomie ermöglicht auch die Untersuchung hochenergetischer Objekte wie Pulsare und aktive galaktische Kerne: In oder um solche Objekte werden Elektronen in einem starken Magnetfeld beschleunigt, was zur Aussendung von Radiowellen führt. Diese Art von Radiowellen wird auch Synchrotronstrahlung genannt. Pulsare und die sehr hellen aktiven galaktischen Kerne, die als Quasare bekannt sind, wurden mithilfe der Radioastronomie entdeckt. Auch das Überbleibsel der heißen Urknallphase unseres Universums, der kosmische Mikrowellenhintergrund (CMB), wurde mithilfe der Radioastronomie entdeckt. Obwohl Radiowellen aus dem Weltraum erstmals in den 1930er Jahren entdeckt wurden, wurde die Radioastronomie erst nach 1950 zu einem wichtigen Zweig der beobachtenden Astronomie.
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Bild: David McClenaghan/CSIRO
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several days
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Group
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