Loading...

Glossar-Begriff: Sternentstehung

Beschreibung: Ein Stern entsteht aus dem Gravitationskollaps eines dichten und kühlen Kerns innerhalb einer Molekülwolke. Diese kalten und dichten Molekülwolken befinden sich meistens in den Spiralarmen von Galaxien. Die Sternentstehung geht mit komplexen physikalischen Prozessen einher. Diese Prozesse laufen auf verschiedenen Größenordnungen ab und ergeben sich aus verschiedenen Effekten der Schwerkraft, des Drucks, der Strahlung, von Magnetfeldern, Turbulenzen, chemischen Reaktionen usw. Einige dieser Prozesse sind bislang noch nicht gut verstanden. Je nach Masse der ursprünglichen Molekülwolke und den Akkretionsprozessen während der Entstehungsphasen kann die Masse des Sterns zwischen 0,08 und einigen hundert Sonnenmassen liegen. Die meisten Sterne entstehen nicht als Einzelsterne sondern als Teil eines Sternhaufens. Während der Entstehungsphase bildet sich um den Zentralstern eine ringförmige Scheibe, die das Baumaterial für die Entstehung von Planeten liefert.

Ähnliche Begriffe:



Dieser Begriff in anderen Sprachen

Begriffs- und Definitionsstatus Die Originaldefinition dieses Begriffes auf Englisch wurden von einem forschenden Astronom und einer Lehrkraft bestätigt
Die Übersetzung dieses Begriffs und seiner Definition warten auf Prüfung und Bestätigung

The OAE Multilingual Glossary is a project of the IAU Office of Astronomy for Education (OAE) in collaboration with the IAU Office of Astronomy Outreach (OAO). The terms and definitions were chosen, written and reviewed by a collective effort from the OAE, the OAE Centers and Nodes, the OAE National Astronomy Education Coordinators (NAECs) and other volunteers. You can find a full list of credits here. All glossary terms and their definitions are released under a Creative Commons CC BY-4.0 license and should be credited to "IAU OAE".

Wenn dir ein inhaltlicher oder Übersetzungsfehler in diesem Glossarbegriff oder dieser Definition auffallen, bitte kontaktiere uns.

Auf anderen Sprachen

Ähnliche Medien


Eine dunkle Wolke verdeckt Sterne im Hintergrund. Vorne schießen zwei Materialstrahlen von einem zentralen Objekt in entgegengesetzte Richtungen

Die Geburt eines Sterns miterleben

Unterschrift: Eine Kombination aus Radio- und sichtbarem Licht, aufgenommen mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) und dem New Technology Telescope (NTT) der Europäischen Südsternwarte, enthüllt die Geburt eines Sterns, der das Herbig-Haro-Objekt HH 46/47 bildet. ALMA-Beobachtungen (orange und grün) enthüllen den energiereichen Strahl des zentralen Protosterns, der im sichtbaren Wellenlängenbereich aufgrund von Staub und dichtem Gas verborgen ist. NTT-Beobachtungen in Pink und Violett heben das sichtbare Licht des Jets hervor, das in Richtung des Beobachters abgestrahlt wird.
Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/H. Arce. Danksagung: Bo Reipurth Quellenlink

License: CC-BY-3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 Unported Symbole


Junge Sterne bilden sich entlang eines Gasbandes

Stellare Geburtsumgebung

Unterschrift: Schnappschuss der Entstehung mehrerer Protosterne in den Orion-Molekülwolken, wobei jeder einzelne mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array und dem Very Large Array näher betrachtet wird. Ein solches Bild bietet einzigartige Einblicke in den Prozess und die frühen Stadien der Sternentstehung sowie in den Einfluss der Mutterwolke, in der sie entstehen.
Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), J. Tobin; NRAO/AUI/NSF, S. Dagnello; Herschel/ESA Quellenlink

License: CC-BY-3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 Unported Symbole


Das linke Bild zeigt fingerförmige Wolken mit hellen Rändern. Auf dem rechten Bild sehen wir Sterne, die durch diese Wolken hindurch scheinen

Die Säulen der Schöpfung im Vergleich

Unterschrift: Die "Säulen der Schöpfung" sind eine bekannte astronomische Erscheinung im Adlernebel im Sternbild Serpens. Die Abbildung zeigt einen direkten Vergleich zwischen Bildern des Hubble-Weltraumteleskops (HST) und des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST), die die Säulen, die einen Durchmesser von mehreren Lichtjahren haben, sowohl im sichtbaren Licht (auch bekannt als optisches Licht) als auch im Infrarotlicht zeigen. Auf der linken Seite sind die Säulen zu sehen, wie sie von Hubble im sichtbaren Licht gesehen wurden, aufgenommen im Jahr 2014. Es zeigt dunkle Säulen vor einem undurchsichtigen Hintergrund mit nur einer Handvoll sichtbarer Sterne. Das Gegenstück auf der rechten Seite ist die im Jahr 2022 veröffentlichte Nahinfrarotaufnahme von Webb, die den Staub durchdringt und zahlreiche Sterne unterschiedlicher Größe zeigt. Ihre Entfernung von der Erde beträgt etwa 6.500 bis 7.000 Lichtjahre. Innerhalb dieser Säulen bilden sich ständig neue Sterne, die von Astronomen eingehend untersucht werden. Sie bestehen größtenteils aus kühlem molekularem Wasserstoff und geringen Mengen an interstellarem Staub und werden durch die intensive ultraviolette Strahlung, die von nahen massereichen und neugeborenen Sternen ausgeht, erodiert - ein Prozess, der als Photoverdampfung bekannt ist.
Bild: NASA, ESA, CSA, STScI Quellenlink

License: CC-BY-2.0 Creative Commons Namensnennung 2.0 Generic Symbole


Ein roter Gasfleck mit ein paar dunklen Blasen mit helleren Rändern und mehreren helleren Blasen und Filamenten

Herschels Blick auf neue Sterne und Molekülwolken

Unterschrift: Dieses Bild zeigt die Sternentstehungsgebiete Westerhout 3, 4 und 5. In diesem Gebiet gibt es große Mengen an Gas und Staub. Dieses Gas und der Staub verbergen die physikalischen Prozesse die in der Region ablaufen vor Untersuchungen mit sichtbarem Licht. Dieses Bild wurde vom Herschel Space Observatory im Infrarotlicht aufgenommen. Dank Infrarotlicht konnte Herschel tief in diese Sternentstehungsgebiete hineinsehen. In Westerhout 3, 4 und 5 sind riesige, kalte Wolken aus molekularem Wasserstoff zu dichten Knoten und Filamenten kollabiert. Innerhalb dieser neuen Strukturen ist das Gas so dicht und kalt, dass es in sich zusammenfallen und Sterne bilden kann. Diese neuen Sterne stoßen starke Winde aus geladenen Teilchen aus, die dem Sonnenwind unserer Sonne ähneln. Diese Winde haben sich zu gewaltigen Blasen in dem umgebenden Gas und Staub zusammengefügt. Sie sind als große, dunkle Hohlräume auf dem Bild zu sehen.
Bild: ESA/Herschel/NASA/JPL-Caltech; Danksagung: R. Hurt (JPL-Caltech) Quellenlink

License: CC-BY-3.0-IGO Creative Commons Namensnennung 3.0 IGO Symbole

Ähnliche Diagramme


Ein Diagramm, das die Entwicklungsstadien von Sternen in fünf Massenklassen veranschaulicht.

Sternentwicklung

Unterschrift: Dieses Diagramm zeigt den Lebenszyklus von Sternen unterschiedlicher Masse. Die Masse der verschiedenen Sterntypen nimmt im Diagramm von unten nach oben zu, während die Zeit von links nach rechts verläuft. Der Lebenszyklus eines Sterns hängt von seiner Masse ab, wobei Sterne mit geringerer Masse eine längere Lebensdauer haben. Alle Sterne entstehen aus Gaswolken, die unter dem Einfluss ihrer eigenen Schwerkraft kollabieren. Während der Stern kollabiert, wird sein Kern heißer und dichter. Hat der Stern eine Masse von mehr als 0,08 Sonnenmassen (das 0,08-Fache der Masse der Sonne), erzeugt der Druck, den die Masse des Sterns auf seinen Kern ausübt, eine Kerntemperatur, die hoch genug ist, um die Wasserstofffusion in Gang zu setzen. Dabei wird im Kern des Sterns Wasserstoff zu Helium verbrannt, was eine Wärmequelle liefert, die den Stern mit Energie versorgt und einen weitere Kollaps des Kerns verhindert. Hat das kollabierende Objekt eine Masse von weniger als 0,08 Sonnenmassen, zündet die Wasserstofffusion in seinem Kern nicht an. Es kühlt weiter ab und zieht sich langsam zusammen. Solche substellaren Objekte werden als Braune Zwerge bezeichnet und sind hier in der untersten Reihe dargestellt. Nachdem sich Sterne gebildet haben, verbrennen sie Wasserstoff in ihrem Kern und beginnen ihre Existenz auf der Hauptreihe. Die massereichsten Sterne (>25 Sonnenmassen, oben dargestellt) weisen sehr hohe Kerntemperaturen auf und verbrauchen daher ihren Wasserstoffvorrat schneller. Das bedeutet, dass sie möglicherweise nur wenige Millionen Jahre auf der Hauptreihe verbringen und Wasserstoff in ihren Kernen verbrennen. Sobald der Wasserstoff im Kern aufgebraucht ist, zieht sich der Kern des Sterns zusammen, wird heißer und die Heliumverbrennung im Kern beginnt. Während sich der Kern zusammenzieht, dehnen sich die äußeren Schichten des Sterns aus und er wird zu einem Überriesen. Bei den massereichsten Sternen reißen starke Sternwinde die kühleren äußeren Schichten ab, was dazu führt, dass der Stern sehr groß und sehr heiß wird – ein blauer Überriese. Sobald das Helium im Kern aufgebraucht ist, wird Kohlenstoff verbrannt, gefolgt von schwereren Elementen. Schließlich endet der Stern mit einem Eisenkern. Die Fusion von Eisen zu schwereren Elementen erzeugt keine Energie, sodass die Fusion im Kern an diesem Punkt zum Stillstand kommt. Sobald dieser reaktionsträge Eisenkern massereich genug ist, kollabieren er und die ihn umgebende Materie plötzlich und bilden ein Schwarzes Loch, während die äußeren Schichten in einer Supernova-Explosion weggeschleudert werden. Sterne mit etwas geringerer Masse (zwischen 8 und 25 Sonnenmassen, hier als zweite Zeile von oben zu sehen) entwickeln sich auf ähnliche Weise, obwohl sie keine ausreichend starken Winde hervorbringen, um ihre äußeren Schichten wegzuschleudern und zu blauen Überriesen zu werden. Stattdessen entwickeln sie sich zu roten Überriesen. Auch solche Sterne kollabieren und verursachen Supernova-Explosionen. Der Überrest des Sternkerns ist jedoch nicht massereich genug, um zu einem Schwarzen Loch zu kollabieren. Stattdessen verbinden sich seine Elektronen und Protonen zu Neutronen und der Kern wird durch einen quantenmechanischen Effekt stabilisiert, der als Neutronen-Entartungsdruck bezeichnet wird. Als Überrest des Sterns bleibt ein winziger Neutronenstern übrig, dessen Masse mehrere Sonnenmassen beträgt, der aber nur wenige Kilometer Durchmesser hat. Bei Sternen mit einer Masse, die der Sonne ähnelt (zwischen 0,4 und 8 Sonnenmassen, in der mittleren Reihe zu sehen) verbrennt der Stern Wasserstoff in seinem Kern, bis der Wasserstoffvorrat im Kern aufgebraucht ist. Anschließend bildet sich um den Kern herum eine Wasserstoff verbrennende Hülle. Schließlich wird der Kern heiß genug, um Helium zu Kohlenstoff und Sauerstoff zu verbrennen. Danach bleibt dem Stern ein Kern aus Kohlenstoff und Sauerstoff, umgeben von Hüllen, in denen Helium und Wasserstoff verbrennen. Diese Hüllen sind instabil und erzeugen thermische Pulsationen, die den Stern erschüttern. Diese Pulsationen werden schließlich so extrem, dass die äußeren Schichten des Sterns abgestoßen werden. Zurück bleibt der Kohlenstoff- und Sauerstoffkern als Weißer Zwerg, der durch den Entartungsdruck der Elektronen gestützt wird. Die äußeren Schichten des Sterns bilden einen sogenannten planetarischen Nebel (der trotz seines Namens nichts mit Planeten zu tun hat). Die Sterne mit der geringsten Masse (hier in der zweiten unteren Reihe zu sehen) sind so massearm, dass ihre Entwicklungszeiträume weitaus länger sind als das Alter des Universums. Das bedeutet, dass bisher keiner von ihnen über die Hauptreihe hinaus entwickelt ist. Sterne mit geringer Masse sind vollständig konvektiv, was bedeutet, dass sich das Material im Kern ständig mit dem darüber liegenden Material vermischt. Daher wird letztlich der gesamte Wasserstoff des Sterns im Kern verbrannt, was jedoch Billionen von Jahren dauern wird.
Bild: Danielle Futselaar/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) Symbole