Glossar-Begriff: Atomkern
Beschreibung: Alle für uns sichtbare Materie besteht aus Atomen. Jedes Atom besteht wiederum aus Elektronen, die einen kleinen Kern in der Mitte umhüllen. Ein solcher Atomkern besteht aus positiv geladenen Protonen und Neutronen, die keine elektrische Ladung tragen. Obwohl sich die Protonen aufgrund ihrer gleichen elektrischen Ladung gegenseitig abstoßen, gibt es eine noch stärkere Kraft, die so genannte starke Kernkraft oder einfach nur die starke Kraft, welche die Kerne zusammenhält. Atomkerne mit der gleichen Anzahl von Protonen bilden Atome, die zum gleichen chemischen Element gehören.
Atomkerne sind winzig und machen nur etwa 1/100.000stel der Größe eines Atoms aus: In gewisse Sinne ist der größte Teil des Atoms leerer Raum! Der Kern macht normalerweise mehr als 99,9 % der Gesamtmasse eines Atoms aus. Diese Masse bei solch winziger Größe macht die Kerne sehr dicht, mit typischen Dichten von hundert Millionen Milliarden kg pro Kubikmeter.
Atomkerne sind in verschiedenen Bereichen der Astrophysik von Bedeutung. Im Inneren von Sternen wird Energie freigesetzt, wenn leichtere Kerne (beginnend mit Wasserstoff, dessen Kern ein einzelnes Proton ist) zu immer schwereren Kernen verschmelzen: Diese Kernfusion bringt Sterne zum Leuchten. Die Kernfusion in Sternen kann Kerne bis hin zu Eisen bilden. Bei Supernova-Explosionen und im Inneren bestimmter kühler Sterne können sogar noch schwerere Kerne entstehen.
Kurz nach dem Urknall kam es in einer kurzen Phase der "primordialen Nukleosynthese" zur Fusion von Wasserstoffkernen zu Helium und Spuren anderer Elemente. Neutronensterne (die Überbleibsel der Supernova-Explosionen massereicher Sterne) bestehen hauptsächlich aus Neutronen, die sich so dicht beieinander befinden, dass die Dichte in einem Neutronenstern ähnlich groß wie die Dichte in einem Atomkern ist. Bestimmte Arten von Atomkernen, denen die Elektronen entzogen wurden, werden von Sternen als Teil der Sternwinde ausgestoßen oder reisen als kosmische Strahlung durch die Tiefen des Weltraums.
Ähnliche Begriffe:
- Atom
- Kosmische Strahlung
- Wasserstoff
- Nukleon
- Primordiale Nukleosynthese
- Astronomie der kosmischen Strahlung
- Elektron
Dieser Begriff in anderen Sprachen
Begriffs- und Definitionsstatus Die Originaldefinition dieses Begriffes auf Englisch wurden von einem forschenden Astronom und einer Lehrkraft bestätigt Die Übersetzung dieses Begriffs und seiner Definition warten auf Prüfung und Bestätigung
The OAE Multilingual Glossary is a project of the IAU Office of Astronomy for Education (OAE) in collaboration with the IAU Office of Astronomy Outreach (OAO). The terms and definitions were chosen, written and reviewed by a collective effort from the OAE, the OAE Centers and Nodes, the OAE National Astronomy Education Coordinators (NAECs) and other volunteers. You can find a full list of credits here. All glossary terms and their definitions are released under a Creative Commons CC BY-4.0 license and should be credited to "IAU OAE".
Wenn dir ein inhaltlicher oder Übersetzungsfehler in diesem Glossarbegriff oder dieser Definition auffallen, bitte kontaktiere uns.
Ähnliche Diagramme
Nukleon
Unterschrift: Ein Nukleon ist ein Bestandteil des Atomkerns. Bei normaler Materie können Nukleonen entweder Protonen oder Neutronen sein. Die Anzahl der Nukleonen bestimmt die Massenzahl eines Atomkerns, während die Anzahl der Protonen die Ordnungszahl bestimmt. Die Atomkerne eines bestimmten chemischen Elements haben alle dieselbe Ordnungszahl, können jedoch unterschiedliche Massenzahlen aufweisen. Kerne mit derselben Ordnungszahl, aber unterschiedlichen Massenzahlen, werden als Isotope bezeichnet. Die meisten Elemente haben mehr als ein Isotop das natürlich vorkommt, auch wenn einige nur ein Isotop haben das langfristig stabil ist.
Dieses Diagramm zeigt die Kerne der Isotope der ersten sechs chemischen Elemente (von links nach rechts: Wasserstoff, Helium, Lithium, Beryllium, Bor und Kohlenstoff). Neben jedem chemischen Elementsymbol stehen zwei Zahlen. Die obere Zahl ist die Massenzahl, also die Anzahl der Nukleonen. Die untere Zahl ist die Ordnungszahl, also die Anzahl der Protonen.
Bild: Maria Cristina Fortuna/IAU OAE
License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) Symbole



