Glossar-Begriff: Kompakte Objekte
Beschreibung: Kompakte Objekte ist ein Sammelbegriff für Weiße Zwerge, Neutronensterne und stellare Schwarze Löcher. Sie stellen das letzte Stadium der Sternentwicklung dar, nachdem ein Stern sowohl das Wasserstoffbrennen auf der Hauptreihe beendet als auch die Riesenphase durchlaufen hat. Diese "Sternenleichen" sind im Vergleich zu Sternen extrem dichte Gebilde - daher ihre Bezeichnung "kompaktes Objekt" oder "kompakter Stern". Weiße Zwerge (die häufigste Art von kompakten Objekten) enthalten etwa eine Sonnenmasse an Materie in einem Objekt von der Größe der Erde. Kompakte Objekte erzeugen keine Wärme durch Kernfusion in ihren Kernen. In engen Doppelsternsystemen können kompakte Objekte Novae, Supernovae vom Typ Ia oder (wenn zwei kompakte Objekte miteinander verschmelzen) Ausbrüche von Gravitationswellen verursachen.
Ähnliche Begriffe:
- Doppelsternsystem
- Schwarzes Loch
- Riesenstern
- Wasserstoffbrennen
- Hauptreihe
- Neutronenstern
- Nova
- Kernfusion
- Sonnenmasse
- Stern
- Sternentwicklung
- Supernova
- Weißer Zwerg
- Gravitationswellen
- Standardkerze
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Begriffs- und Definitionsstatus Die Originaldefinition dieses Begriffes auf Englisch wurden von einem forschenden Astronom und einer Lehrkraft bestätigt Die Übersetzung dieses Begriffs und seiner Definition warten auf Prüfung und Bestätigung
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Auf anderen Sprachen
- Arabisch: بقايا نجمية - بقايا النجوم
- Englisch: Stellar Remnants
- Französisch: Vestiges stellaires
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- Traditionelles Chinesisch: 恆星殘骸
Ähnliche Medien
Tod eines massereichen Sterns
Unterschrift: Ein mit Teleskopen auf der Erde und im Weltraum aufgenommenes Mehrwellenlängenbild eines Neutronensterns in unserer Nachbargalaxie Kleine Magellansche Wolke. Ein Neutronenstern (hier als blauer Fleck, der von einem roten Ring umgeben ist) ist das Endprodukt des Gravitationskollapses, der Kompression und der Explosion eines massereichen Sterns, der in seinem Supernova-Überrest (in grün) eingebettet ist.
Bild: ESO/NASA, ESA und das Hubble Heritage Team (STScI/AURA)/F. Vogt et al.
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Überbleibsel von SN 1006
Unterschrift: Dieses Bild zeigt den Überrest der Supernova SN 1006. Wahrscheinlich waren sie das Ergebnis eines Weißen Zwerges, der so viel Material von einem binären Begleitstern akkretierte, dass der Weiße Zwerg explodierte (dies wird von den Astronomen als Supernova vom Typ 1a bezeichnet). Diese Explosion ereignete sich vor mehreren tausend Jahren, aber es dauerte lange, bis das Licht dieses Ereignisses die Erde erreichte und erst im Jahr 1006 ankam. Diese helle Explosion wurde von Beobachtern auf der ganzen Erde bemerkt, und ihr Erscheinen wurde in den Aufzeichnungen vieler verschiedener Gesellschaften vermerkt.
Hier sehen wir die Auswirkungen, die die Supernova auf ihre Umgebung in der Galaxie hatte. Die Kraft der Explosion hat eine riesige Blase in das umgebende interstellare Gas gesprengt, an deren Rand sich eine heiße Schockwelle gebildet hat. Das Bild scheint ein einfaches Farbbild zu sein, aber es repräsentiert tatsächlich Licht, das weit über das hinausgeht, was unser Auge sehen kann. Das Blaue sind Röntgendaten des Chandra-Röntgenobservatoriums der NASA, das Gelbe und das Orange sind Daten von optischen Teleskopen und das Rote sind Entdeckungen von Radiowellen des Very Large Array und des Green Bank Teleskops. Das helle Blau der äußeren Hülle zeigt, dass das Gas dort sehr heiß ist und dass die Explosion energiereiche Schockwellen erzeugt hat.
Bild: Röntgenstrahlen: NASA/CXC/Rutgers/G.Cassam-Chenai, Hughes et al.; Radio: NRAO/AUI/NSF/GBT/VLA/Dyer, Maddalena & Cornwell; Optisch: Middlebury College/F.Winkler, NOAO/AURA/NSF/CTIO Schmidt & DSS
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Der Krebspulsar
Unterschrift: Im Herzen des Krebsnebels, der etwa 6.500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Stier liegt, befindet sich der Krebsnebel-Pulsar. Er ist der Überrest eines massereichen Sterns, der am Ende seines Lebens explodierte. Dies geschah vor mehreren tausend Jahren, aber das Licht dieser Explosion erreichte die Erde erst im Jahr 1054. Dieses Himmelsereignis wurde von Menschen auf der ganzen Welt beobachtet und von vielen verschiedenen Gesellschaften in ihren Aufzeichnungen festgehalten.
Der Krebsnebel-Pulsar rotiert etwa 30 Mal pro Sekunde und strahlt Licht in vielen verschiedenen Wellenlängen ab, darunter auch im sichtbaren Spektrum. Er hat etwa die anderthalbfache Masse der Sonne, aber die Kraft der Explosion, die ihn geformt hat, hat diese Masse auf einen winzigen Raum mit einem Radius von etwa zehn Kilometern gepresst.
Dieses Bild ist eine Zusammenstellung mehrerer Beobachtungen, die vom Gemini North Observatorium auf Hawaii (USA) durchgeführt wurden. Der Pulsar ist in der Mitte zu sehen. Die Beobachtungen, aus denen dieses Bild erstellt wurde, wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren aufgenommen. Die Daten aus dem Jahr 2009 sind blau und die Daten aus dem Jahr 2014 sind rot dargestellt. In dieser Zeit ist Material vom Pulsar weggeflossen, was zu diesem farbigen Ripple-Effekt geführt hat. Auch hier zeigen die Farben keine echten Farben im Bild, sondern die Wellen zeigen die Positionen der Schockwellen, die sich vom Pulsar wegbewegen und auf das umgebende Gas treffen.
Bild: Internationale Gemini-Sternwarte/NOIRLab/NSF/AUR, Jen Miller, Travis Rector, Mahdi Zamani & Davide de Martin
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