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Glossar-Begriff: Kulmination

Weitergeleitet von Obere Kulmination

Beschreibung: In der Astronomie bezeichnet der Begriff „Kulmination” den Moment, in dem ein Himmelsobjekt den lokalen Meridian des Beobachters passiert. Wenn ein Himmelsobjekt den Meridian überquert, befindet es sich entweder an seinem höchsten oder niedrigsten Punkt am Himmel.

Aus der Perspektive des Beobachters scheint sich die Himmelskugel um die Erde zu drehen. Das bedeutet, dass Himmelsobjekte am Himmel im Laufe eines Tages einer kreisförmigen Bahn folgen. Die meisten Objekte gehen im Osten auf, steigen höher über den Horizont, bis sie den Meridian überqueren, und bewegen sich dann abwärts am Himmel, um im Westen unterzugehen. Zirkumpolare Objekte sind Objekte, die nahe genug an einem der Himmelspole liegen, dass ein Beobachter ihre gesamte Kreisbahn über einen siderischen Tag (etwas weniger als 24 Stunden) sehen kann. In allen Fällen erreicht ein Himmelsobjekt seinen höchsten Punkt am Himmel, wenn es den Meridian überquert. Der Moment, in dem es diesen höchsten Punkt erreicht, wird als seine obere Kulmination bezeichnet. Zwölf (Stern-)Stunden später, wenn sich das Objekt an seinem tiefsten Punkt am Himmel befindet (oftmals unterhalb des Horizonts), wird dieser Moment als seine untere Kulmination bezeichnet.

Da die Kulmination der Moment ist, in dem ein Himmelsobjekt den lokalen Meridian des Beobachters überquert, wird sie oft auch als Meridiandurchgang bezeichnet. Der Stundenwinkel am Himmel wird relativ zum lokalen Meridian des Beobachters definiert, daher findet die obere Kulmination per Definition bei einem Stundenwinkel von null und die untere Kulmination bei einem Stundenwinkel von 12 Stunden statt.

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Begriffs- und Definitionsstatus Die Originaldefinition dieses Begriffes auf Englisch wurden von einem forschenden Astronom und einer Lehrkraft bestätigt
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Unterschrift: Lobende Erwähnung im IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Zeitraffervideos von Himmelsmustern. Dieses Zeitraffervideo wurde im Januar 2018 im Joshua-Tree-Nationalpark in den USA aufgenommen und zeigt die Bahn von Canopus, dem zweithellsten Stern am Nachthimmel, wie er sich von links nach rechts über den Himmel bewegt und dabei fast den Horizont berührt. Die Landschaft wird vom Mond beleuchtet. Canopus wird mit dem Ruder im antiken Sternbild des Schiffs Argo in Verbindung gebracht, das heute in die drei modernen Sternbilder Vela, Puppis und Carina aufgeteilt ist, wobei Canopus in letzterem enthalten ist. Aufgrund seiner Helligkeit hat Canopus im Laufe der Geschichte die Aufmerksamkeit verschiedener Kulturen auf der ganzen Welt auf sich gezogen. Das nordamerikanische Volk der Navajo beispielsweise nannte den Stern den Kojoten. Nach ihrer Vorstellung war der Kojote an der Erschaffung des Universums beteiligt. Das Kalapalo-Volk in Brasilien assoziierte Canopus mit einer Ente, wobei andere helle Sterne die Körperteile des Tieres darstellten. Das Erscheinen von Canopus am Himmel deutet auf den Beginn der Regenzeit hin.
Bild: Fabrizio Melandri/IAU OAE

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