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Glossar-Begriff: Wissenschaftliches Modell

Beschreibung: Wissenschaftliche Modelle möchten bestimmte Aspekte eines Prozesses, eines Systems oder eines Phänomens darstellen oder erklären. Es gibt verschiedene Arten von wissenschaftlichen Modellen: Sie können gegenständlich oder gedanklich (ideell) sein, physikalisch oder mathematisch oder wie eine Analogie funktionieren. Mit wissenschaftlichen Modellen lassen sich auch Vorhersagen treffen. Das bedeutet aber nicht, dass Modelle, die keine Vorhersagen treffen, nicht wissenschaftlich sind. Wissenschaftliche Modelle sind nicht immer als "wahre" Darstellungen der Welt gedacht. Stattdessen ist ein Modell ein Werkzeug, das uns hilft, Konzepte zu untersuchen, die sonst abstrakt, nicht greifbar und schwer zu verstehen wären. Ein Beispiel dafür ist das geozentrische Modell: Das geozentrische Modell bildet nicht ab, wie unser Sonnensystem in Wirklichkeit aufgebaut ist. Aber es wird trotzdem verwendet, um Ideen im Zusammenhang mit der Himmelskugel zu diskutieren. Manchmal sind mehrere Modelle erforderlich, um ein Konzept vollständig zu erklären.

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Abbildung aus einem alten Buch, die konzentrische Kreise zeigt (mit einem extra Kreis für die Erde) und lateinisch beschriftet ist.

Das heliozentrische System des Kopernikus

Unterschrift: Skizze des heliozentrischen Modells des Sonnensystems von Kopernikus, aus seinem 1543 veröffentlichten Buch "De revolutionibus orbium coelestium" (Über die Umlaufbahnen der Himmelssphären). Dargestellt sind die Sonne sowie die Bahnen von Merkur, Venus, Erde (die ihrerseits vom Mond umkreist wird), Mars, Jupiter und Saturn. Der äußerste Kreis stellt die Sphäre der Sterne dar. In diesem Modell ist die Erde nichts Besonderes - sie ist nur ein Planet unter mehreren, die um die Sonne kreisen. Dies war das erste Beispiel für das, was heute als kopernikanisches Prinzip bekannt ist: dass unsere Position als Beobachter im Universum nicht besonders oder in irgendeiner Weise privilegiert ist. Der Übergang vom geozentrischen zum heliozentrischen Modell unseres Universums ist als kopernikanische Wende bekannt.
Bild: Nikolaus Kopernikus Quellenlink

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Ansicht der westlichen und östlichen Hemisphäre der Erde. Jede ist von acht Halbkreisen umgeben, die Mond, Planeten, Sonne und Sterne zeigen.

Darstellung des geozentrischen Weltbilds aus dem Jahr 1568

Unterschrift: Diese Darstellung, die 1568 vom portugiesischen Kartographen Bartolomeu Velho erstellt wurde, spiegelt das Weltbild jener Zeit wider, als viele Gelehrte an ein geozentrisches Weltbild glaubten. Dies ist die Vorstellung, dass die Erde im Zentrum des Universums steht, um die sich die Sonne, der Mond, die fünf damals bekannten Planeten und die Sterne herum bewegen. Obwohl es sich in erster Linie um eine Navigationskarte handelt, wurden Gestaltung und Aufbau dieser Karte von astronomischen Erkenntnissen beeinflusst, die im geozentrischen Denken verwurzelt waren. Das geozentrische Weltbild war über viele Jahrhunderte hinweg insbesondere in Europa weit verbreitet und basierte auf Interpretationen der Himmelsbewegungen sowie auf philosophischen Traditionen, die die Erde in den Mittelpunkt stellten. Erst später, durch Beobachtungen von Astronomen wie Galileo Galilei, wurde dieses Modell durch das heliozentrische Modell abgelöst, das die Sonne in den Mittelpunkt des Sonnensystems stellt.
Bild: Bartolomeu Velho Quellenlink

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