Loading...

Glossar-Begriff: Doppelsternsystem

Weitergeleitet von Doppelstern

Beschreibung: Ein Doppelstern ist ein System aus zwei Sternen, die um ihren gemeinsamen Massenschwerpunkt kreisen, weil sie durch die Schwerkraft aneinander gebunden sind. Ihre Bahnen folgen den Keplerschen Gesetzen und sind elliptisch (wie ein zusammengedrückter Kreis) oder kreisförmig.

Mehr als die Hälfte aller Sterne in der Milchstraße befinden sich in Doppelsternsystemen oder sind Teil von Systemen mit mehr als einem Begleitstern (sogenannte Mehrfachsternsysteme). Die meisten Doppelsterne und Mehrfachsternsysteme erscheinen einem Beobachter auf der Erde wie ein einziger Stern, weil sie so weit entfernt sind.

Doppelsterne lassen sich je nach der Beobachtungsmethode, mit der sie als Doppelsterne identifiziert wurden, in verschiedene Kategorien einteilen. Sie können gleichzeitig zu mehr als einer Kategorie gehören:

Visuelle Doppelsterne können als zwei getrennte, nahe beieinander stehende Sterne am Himmel beobachtet werden. Aber nicht alle Sterne, die am Himmel nahe beieinander stehen, sind durch die Schwerkraft gebundene Doppelsterne: Sie befinden sich nur zufällig nahe beieinander oder es sieht für einen Beobachter auf der Erde so aus, als ob sie sich nahe beieinander befinden. Solche Sterne können Hunderte von Lichtjahren voneinander entfernt sein. In diesem Fall spricht man auch von optischen oder scheinbaren Doppelsternen.

Spektroskopische Doppelsterne werden aufgrund der Dopplerverschiebung der Linien im Spektrum der Sterne gefunden, wenn die Sterne ihr gemeinsames Massenzentrum umkreisen.

Bedeckungsveränderliche (fotometrische) Doppelsterne können entdeckt werden, wenn einer der beiden Sterne zwischen seinem Begleitstern und einem Beobachter vorbeizieht und dabei einen Teil des Lichts des Begleitsterns blockiert. Das führt dazu, dass die Helligkeit des gesamten Systems kurzzeitig abnimmt, weil bei einem Beobachter weniger Licht ankommt.

Astrometrische Doppelsterne sind Systeme, bei denen nur einer der beiden Sterne beobachtet wird - entweder weil einer der Sterne zu leuchtschwach ist, um beobachtet zu werden, oder weil die Bilder der beiden Sterne miteinander verschmolzen sind. Obwohl ein Beobachter nur einen Stern beobachten kann, führt die Bahnbewegung der Sterne im Doppelsternsystem dazu, dass sich die Position des hellsten Punkts in solchen Aufnahmen periodisch verändert.

Ähnliche Begriffe:



Dieser Begriff in anderen Sprachen

Begriffs- und Definitionsstatus Die Originaldefinition dieses Begriffes auf Englisch wurden von einem forschenden Astronom und einer Lehrkraft bestätigt
Die Übersetzung dieses Begriffs und seiner Definition warten auf Prüfung und Bestätigung

The OAE Multilingual Glossary is a project of the IAU Office of Astronomy for Education (OAE) in collaboration with the IAU Office of Astronomy Outreach (OAO). The terms and definitions were chosen, written and reviewed by a collective effort from the OAE, the OAE Centers and Nodes, the OAE National Astronomy Education Coordinators (NAECs) and other volunteers. You can find a full list of credits here. All glossary terms and their definitions are released under a Creative Commons CC BY-4.0 license and should be credited to "IAU OAE".

Wenn dir ein inhaltlicher oder Übersetzungsfehler in diesem Glossarbegriff oder dieser Definition auffallen, bitte kontaktiere uns.

Auf anderen Sprachen

Ähnliche Medien


Ansicht eines einzelnen Objekts in niedriger Auflösung mit einem Ausschnitt in höherer Auflösung, auf dem zwei Braune Zwerge zu erkennen sind.

Entdeckung eines Doppelsystems aus Braunen Zwergen

Unterschrift: Dieses Bild zeigt ein nahes System aus Braunen Zwergen – Objekte, deren Masse zwischen der von Planeten und Sternen liegt und in deren Kernen keine langfristige Kernfusion stattfindet. Dieses System (bekannt als Luhman 16) befindet sich etwa 6,5 Lichtjahre von der Erde entfernt und ist nach dem Alpha-Centauri-System und Barnards Stern das drittnächstgelegene System zum Sonnensystem. Es wurde zunächst als eine scheinbar einzelne, schwache Infrarotstrahlungsquelle beobachtet. Braune Zwerge sind aufgrund ihrer geringen Helligkeit oft schwer zu untersuchen, insbesondere im sichtbaren Licht. Im Infrarotlicht leuchten sie jedoch aufgrund ihrer niedrigeren effektiven Temperaturen heller. Der Vergleich verdeutlicht die Bedeutung der Auflösung einer Aufnahme. Das mittlere Bild, aufgenommen vom Wide-field Infrared Survey Explorer (WISE) der NASA, zeigt das System aufgrund seiner geringeren Auflösung (WISE hat eine Auflösung von etwa 6 Bogensekunden) als ein einziges verschwommenes Objekt. Die hervorgehobene, vergrößerte Ansicht vom Gemini-South-Observatorium in Chile zeigt, dass es sich bei dieser „einzigen“ Quelle tatsächlich um ein Doppelsternsystem aus zwei Braunen Zwergen handelt. Die verbesserte Winkelauflösung (etwa 0,6 Bogensekunden) ermöglicht es Astronomen, die beiden Objekte klar voneinander zu unterscheiden und verdeutlicht, wie Beobachtungen mit höherer Auflösung verborgene Strukturen im Universum aufdecken. Das Gemini-Teleskop befindet sich zwar auf der Erde und unterliegt daher den Unschärfeeffekten der Erdatmosphäre, verfügt jedoch über einen wesentlich größeren Spiegel als das WISE-Teleskop (8 m Durchmesser gegenüber 40 cm), wodurch es deutlich höhere Auflösungen erzielen kann.
Bild: NASA/JPL/Gemini-Observatorium/AURA/NSF Quellenlink

License: PD Gemeinfrei Symbole


Sirius A, ein heller Stern mit X-förmigen Beugungsspitzen. Sirius B ist ein schwacher Punkt unten links.

Sirius A mit seinem schwachen Begleitstern, dem Weißen Zwerg Sirius B

Unterschrift: Dieses Bild des Hubble-Weltraumteleskops zeigt Sirius, den hellsten Stern am Nachthimmel der Erde, der als intensiv leuchtendes Objekt in der Mitte mit markanten, kreuzförmigen Beugungsspitzen erscheint. Diese Strahlen sowie das übersättigte Leuchten um den Hauptstern herum entstehen dadurch, dass das Licht von Sirius durch das Teleskop und die Kamera, mit denen dieses Bild aufgenommen wurde, gestreut wird. Etwas unterhalb und links vom Hauptstern markiert ein winziger Lichtpunkt Sirius B, ein weitaus schwächeres Objekt, das dank der hohen Empfindlichkeit des Hubble-Teleskops erfasst werden konnte. Sirius A ist ein Stern vom Typ A, bekannt für seine hohe Oberflächentemperatur und sein starkes weiß-blaues Licht, während Sirius B ein kompakter Weißer Zwerg ist, der dichte Überrest eines Sterns, der seinen Kernbrennstoff aufgebraucht hat. Zusammen bilden sie ein bekanntes Doppelsternsystem, das etwa 8,6 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt. Sirius B war ursprünglich ein massereicherer und hellerer Stern, der seinen Wasserstoffvorrat schneller verbrauchte als Sirius A. Dies führte dazu, dass sich Sirius B zu einem Roten Riesen entwickelte und schließlich sein Leben als planetarischer Nebel beendete, wobei nur die Überreste seines Kerns als Weißer Zwerg zurückblieben, der Sirius A umkreist.
Bild: NASA, ESA, H. Bond (STScI) und M. Barstow (Universität Leicester) Quellenlink

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) Symbole

Ähnliche Diagramme


Schiffskiel erscheint als Rumpf einer Linienzeichnung eines Schiffes, das nach links (Ost) zeigt. Canopus befindet sich an seinem rechten (west) Rand

Schiffskiel-Sternkarte

Unterschrift: Das Sternbild des Schiffskiel mit seinen hellen Sternen und den umliegenden Sternbildern. Im Uhrzeigersinn von oben ist der Schiffskiel umgeben von dem Segel, Hinterdeck Des Schiffs (auch Achterschiff genannt), Maler, dem Fliegenden Fisch, Chamäleon, Fliege und Zentaur. Der Schiffskiel ist bekannt für Canopus, den zweithellsten Stern am Nachthimmel, und für den berühmten veränderlichen Stern Eta Carinae. Bei letzterem handelt es sich um ein Doppelsternsystem aus zwei jungen, sehr massereichen Sternen. Seine Helligkeit hat in den letzten Jahrhunderten stark geschwankt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt überstrahlte er Canopus, bevor er um das Viertausendfache abnahm und für das bloße Auge unsichtbar wurde. In den letzten Jahren ist er so hell geworden, dass er wieder ohne Teleskop sichtbar ist. Da der Schiffskiel ein südliches Sternbild ist, ist die vollständige Konstellation im Laufe des Jahres irgendwann von der gesamten Südhalbkugel aus sichtbar. Das gesamte Sternbild ist auch von den äquatorialen Regionen der nördlichen Hemisphäre aus sichtbar, wobei Teile des Sternbilds auch von den nördlichen Regionen der gemäßigten Breiten aus sichtbar sind. Die offenen Sternhaufen NGC 2516, NGC 3532 und IC 2602 liegen im Schiffskiel. Sie sind hier durch gelbe Kreise markiert. Der Carina-Nebel, auch bekannt als NGC 3372, liegt in diesem Sternbild. Dieser große Nebel enthält viele massereiche junge Sterne, darunter Eta Carinae. Dieses Diagramm zeigt ein Gebiet um den südlichen Himmelspol. Hier konvergieren Linien konstanter Rektaszension. Die Rektaszensionswerte dieser Linien sind auf der x-Achse oberhalb und unterhalb des Diagramms markiert. Einige der Linien konstanter Deklination sind auf der y-Achse eingezeichnet. Die Größe der markierten Sterne bezieht sich auf die scheinbare Helligkeit des Sterns. Je größer die Punkte, desto heller scheinen die Sterne die sie darstellen. Die griechischen Buchstaben kennzeichnen die hellsten Sterne des Sternbildes. Sie sind nach Helligkeit geordnet, wobei der hellste Stern mit Alpha, der zweithellste mit Beta usw. bezeichnet wird, obwohl diese Reihenfolge nicht immer genau eingehalten wird. Der Schiffskiel war früher zusammen mit dem Segel und dem Hinterdeck des Schiffs (auch Achterschiff genannt) Teil des größeren Sternbilds Schiff Argo. Da die Buchstabenbezeichnungen für die Sterne vor dieser Aufteilung geschaffen wurden, sind die griechischen Buchstabenbezeichnungen jetzt zwischen den drei Sternbildern aufgeteilt, wobei der Schiffskiel Sterne mit den Bezeichnungen Alpha und Beta, aber nicht Gamma oder Delta hat. Die gepunkteten Begrenzungslinien markieren die IAU-Grenzen der Sternbilder, und die durchgezogenen grünen Linien markieren eine der üblichen Formen, die zur Darstellung der Figuren der Sternbilder verwendet werden. Weder die Sternbildgrenzen noch die Linien, die die Sterne verbinden, sind am Himmel zu sehen.
Bild: Angepasst vom IAU Office of Astronomy for Education nach dem Original der IAU und Sky & Telescope

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) Symbole

Ähnliche Aktivitäten


Schwarze Löcher

Schwarze Löcher

astroEDU educational activity (links to astroEDU website)
Description: „Schwarze Löcher – die Macht der potenziellen Energie bringt Licht ins Dunkel“ beschreibt, wie es selbst mit Hilfe der Schulphysik der Mittelstufe möglich ist, sich den interessanten Phänomenen am Rand von Schwarzen Löchern zu nähern und Aussagen über den extremen Zustand dieses finalen Stadiums eines Sterns und seiner Umgebung zu machen. Des Weiteren wird gezeigt, wie scheinbare Widersprüche, so z.B. dass Schwarze Löcher unsichtbar seien oder sofort jegliche Materie in ihrem Umfeld verschlingen, aufgelöst werden können.

Altersgruppen: 16-19
Bildungsniveau: Secondary


Simulationen eines Fünffach-Sternsystems

Simulationen eines Fünffach-Sternsystems

astroEDU educational activity (links to astroEDU website)
Description: Ein Forscherteam von der britischen Open University hat ein ungewöhnliches Fünffach-Sternsystem im Sternbild Großer Bär entdeckt. Dieses besteht aus einem Dreifachstern und einem Berührungsdoppelstern, die gravitativ aneinander gebunden sind und somit einen gemeinsamen Schwerpunkt umrunden. In den hier vorliegenden Materialien soll es nun darum gehen, diesen Sachverhalt zu veranschaulichen. Dabei sollen zunächst die Informationen aus dem beiliegenden SuW-Artikel kombiniert mit den Sterndaten aus der Tabelle (siehe Anhang) mittels Skizzieren, Zeichnen oder Modellieren visualisiert werden. In einem zweiten Schritt werden dann die Bewegungen der beiden Sterngruppen innerhalb des Fünffachsystems mithilfe eines Onlinetools simuliert.

Altersgruppen: 14-16 , 16-19
Bildungsniveau: Secondary