Über Millionen Jahre hinweg hat sich das Leben auf der Erde ohne künstliche Beleuchtung entwickelt. Die meisten Arten haben sich dabei an den Tages- und Nachtrhythmus angepasst. Aber seit der Erfindung der Elektrizität haben die Menschen die nächtliche Dunkelheit zunehmend mit künstlichem Licht erhellt – und damit das Problem der Lichtverschmutzung geschaffen, mit ernsten Folgen für die Umwelt, das Verhalten von Tieren und die menschliche Gesundheit. Die meisten Tierpopulationen sind abhängig vom Wechsel von Tag und Nacht. Künstliches Licht kann Physiologie, Fortpflanzung, Orientierung und Jagdverhalten in Wildtierpopulationen auf der ganzen Welt empfindlich stören. Mit zunehmender Lichtverschmutzung verlieren wir auch den dunklen Nachthimmel, den unsere Vorfahren noch kannten. In und um viele Städte ist die Milchstraße heute mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen.
Seit Beginn der Raumfahrt konnte die Menschheit zahlreiche Objekte mittels Raketen ins All befördern. Seither hat allerdings auch die Menge an menschengemachten Trümmern im All drastisch zugenommen, etwa Teile von Raketen oder alten Satelliten. Derzeit kreisen geschätzte 500 000 Trümmerteile, auch Weltraumschrott genannt, um die Erde. Da Weltraumschrott mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs ist, können Zusammenstöße mit Raumschiffen oder Satelliten erhebliche Schäden anrichten. Das stellt besonders für die Internationale Raumstation und andere Raumfahrzeuge mit astronautischer Besatzung eine Gefahr dar. Die Überwachung von Weltraumschrott sowie die Entwicklung von Technologien, mit denen sich Weltraumschrott und ausgediente Satelliten einsammeln lassen, ist ein aktives Forschungs- und Entwicklungsgebiet.
Während der frühen Phasen der Entwicklung des Sonnensystems wurden die gerade erst entstandenen Planeten häufig von kleineren Körpern wie Asteroiden getroffen. Einige Krater auf der Erde und alle Krater auf dem Mond sind der direkte Beweis, dass solche Einschläge höchst gefährlich sein können. Das Massenaussterben der meisten Dinosaurierarten dürfte auf den Einschlag eines großen Asteroiden vor rund 65 Millionen Jahren zurückgehen. Heutzutage ist die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags dieses Ausmaßes sehr gering. Trotzdem ist es wichtig, die Bahnen aller Himmelskörper zu überwachen, die der Erde potenziell gefährlich werden könnten. Innerhalb der nächsten Jahre sollten die Überwachungsprogramme der Raumfahrtbehörden, Observatorien und anderer Institutionen in der Lage sein, alle potenziell gefährlichen Asteroiden größer als einen Kilometer zu identifizieren. Keiner der bekannten Asteroiden befindet sich derzeit auf Kollisionskurs mit der Erde.
Die Industrialisierung hat uns zahlreiche Vorteile gebracht. Sie hat allerdings auf der Erde auch gravierende Umweltprobleme geschaffen. Durch die Verschmutzung der Flüsse, der Ozeane und der Atmosphäre sowie durch Entwaldung zerstören wir die lebenswichtigen Quellen von sauberer Luft, sauberem Wasser und Nahrung, die für das Leben auf der Erde nötig sind. Die Menschheit hat das Aussterben zahlreicher Spezies verursacht und gräbt noch immer in bedrohten Lebensräumen nach Erzen und Energieressourcen. Die menschengemachte globale Erwärmung verändert großräumig unsere Umwelt und gefährdet damit uns selbst und viele andere Arten.
Ohne Atmosphäre wäre unser Planet eine Eiswüste mit einer Durchschnittstemperatur von -18°C. Doch die Treibhausgase der Atmosphäre absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen Wärmestrahlung und strahlen sie zurück in Richtung Erdoberfläche. Dieser Treibhauseffekt schafft eine deutlich höhere Durchschnittstemperatur und macht die Erde damit überhaupt erst bewohnbar. Allerdings haben menschliche Aktivitäten die Menge an Treibhausgasen in der Erdatmosphäre deutlich ansteigen lassen. Dadurch hat sich das Gleichgewicht des Energiehaushalts der Erde verschoben. Dadurch wird ein größerer Anteil der Sonnenenergie auf der Erde zurückbehalten, und das führt zu höheren Temperaturen an der Erdoberfläche. Die Erde kann die zusätzliche Energie nicht auf natürliche Weise abstrahlen. Entsprechend ändern sich die globalen Klimamuster, die auf eine solche Verschiebung der Energiebilanz empfindlich reagieren.
Jede einzelne Person ist Bewohner*in dieses Planeten. Die Konzepte von globaler Fürsorge und Verantwortung können uns helfen zu verstehen, dass jeder Einzelne etwas dazu beitragen kann, unsere globalen Probleme zu lösen – ob als Teil einer Gruppe oder als Einzelperson. Wir müssen die Erde für unsere Nachfahren bewahren. Noch ist die Erde der einzige Planet im Kosmos, von dem wir mit Sicherheit wissen, dass auf ihm Leben möglich ist.
Alle Menschen dieser Erde leben unter demselben Himmel und teilen denselben Blick in die Tiefen des Kosmos. Bilder aus dem All, die unseren Heimatplaneten als „blaue Kugel” zeigen, führen uns so eindringlich wie nie zuvor unser gemeinsames Raumschiff Erde vor Augen. Aus dieser Außenperspektive verschwinden die Grenzen zwischen den einzelnen Ländern. Bilder von Raumsonden wie Voyager 2 und Cassini helfen uns zu verstehen, dass der „pale blue dot“, der „blasse blaue Punkt” unseres Heimatplaneten nur ein winziges Staubkorn in den Weiten des Kosmos ist